10. September 2018

Hinter den Kulissen, Titelthemen


WBT wird 80 Jahre jung


1938 bis 2018


Am 28. März 1938 schlug die Geburtsstunde der WBT: Die ‚Innung des Berliner Taxigewerbes‘ durfte sich nicht geschäftlich betätigen und gründete die „Wirtschaftsgenossenschaft der gewerblichen Kraftfahrzeughalter Berlins e.Gen.mbH“, wie das Unternehmen damals sperrig firmierte.

Seitdem wurden Höhen und Tiefen durchschritten. Besonders der 2. Weltkrieg war ein tiefer Einschnitt. Entscheidungen werden seit damals von den Mitgliedern der Genossenschaft gemeinschaftlich getroffen. Auch die Leitung der WBT wurde aus dem Berliner Taxigewerbe heraus organisiert.

Der Gründungsansatz ist seit dem Gründungsjahr unverändert geblieben: Aus dem Taxigewerbe für das Taxigewerbe! Die nach dem Krieg in „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Taxibesitzer eGmbH“, kurz WBT, umbenannte Firma war vom ersten Tag als Gemeinschaftsunternehmen des kleinteiligen Berliner Taxigewerbes angedacht und ist bis heute Genossenschaft geblieben. Die Rechtsform ist seit der Gründung unverändert geblieben, aus ‚eGen.mbH‘ wurde das kürzere ‚eG‘.

Nur wenige historische Dokumente überstanden die Luftangriffe 1944

Die ersten Anteilsscheine wurden im Jahr 1938 gezeichnet. Erhalten sind jedoch nur wenige Exemplare aus den Folgejahren. Der Grund: Erster Betriebssitz war die Belle-Alliance-Straße 16, direkt am gleichnamigen Platz im heutigen Ortsteil Kreuzberg. Entstanden bei der Stadterweiterung Alt-Berlins um 1730 als südlicher Endpunkt der Friedrichstraße als Rondell oder auch ‚Rondeel am Halleschen Thore‘, wurde der 1815 zur Erinnerung an die Schlacht bei Waterloo zum Belle-Alliance-Platz umbenannte Ort, dessen Zentrum seit 1843 mit einem Brunnen und der 1843 errichteten Friedenssäule in der Mitte prominent gestaltet war, vollständig zerstört. Kurz vor Ende des Krieges wurde der Platz bei den Alliierten Luftangriffen vollständig zerstört und 1946 dann in Mehringplatz umbenannt. Der erste Betriebssitz der WBT brannte aus. Nur wenige Unterlagen konnten gerettet werden.

1938 Rufsäulen, ab 1960 dann Funkvermittlung

Nach dem Krieg ging es in West-Berlin weiter: Die Nestorstraße wurde neue Heimat der Genossenschaft, es wurden neue Anteilsscheine gegen alte getauscht. Nur sechs der vor dem Krieg betriebenen Rufsäulen gingen wieder in Betrieb. 1960 begann die Auftragsvermittlung per analogem Funk. Aus Halensee wurden Fahrten in den Westsektoren vermittelt. Seit 1963 ist die WBT in der Genthiner Straße 36 zuhause. Zum „Sprachfunk“ kamen Datenfunk und vor 10 Jahren die digitale Vermittlung per App hinzu. Stadtweit werden weiterhin rund 160 Rufsäulen betrieben. Seit 2005 ist ‚Funk Taxi Berlin‘ auch Regiedienstleister für den SonderFahrDienst (SFD) des Landes Berlin für Menschen mit Behinderung.
Aktuell bilden Dietmar Schmidt (seit 1996), Bernd Ploke (2000) und Jürgen Mothes (seit diesem Jahr) die Chefetage der WBT. Auf eine große Geburtstagsparty verzichtet die Genossenschaft, aber sie lebt und kämpft gegen die ungleiche Konkurrenz auf dem Berliner Markt der Personenbeförderung: Aus dem Taxigewerbe für das Taxigewerbe!

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